Stockschützen-Regeln





Eis- und Stocksport

Was ist das?




Es ist ein Sport, der mit einem zum Gleiten gebrachten Eisstock (auf Eis oder anderen Bahnen, wie Asphalt oder Kunststoff) betrieben wird.

Disziplinen

Der Sport wird in 4 Disziplinen von sportlich Interessierten jeglichen Alters und beiderlei Geschlechts ausgeübt.

Es gibt beim Eis- und Stocksport:

1.) das Mannschaftsspiel, sowie
2.) den Weiten-,
3.) den Ziel- und
4.) den Schnell-wettbewerb,
als Einzelwettbewerbe.

Zu 1.) Mannschaftsspiel:

Im Mannschaftsspiel versuchen zwei gegeneinander spielende Mannschaften die Bestlage der eigenen Stöcke zur Daube (Ziel) zu erreichen.
Das Ziel, die ,,Daube’’ (kreisrunder Hartgummi-Puck mit 12 cm Durchmesser) ist ein im Zielfeld beweglicher Zielgegenstand.
Das Zielfeld misst 3 x 6 Meter und ist 24,5 Meter vom Abspielpunkt des Spielers entfernt. Wird die Daube aus dem Zielfeld gespielt, so wird sie wieder auf das Mittelkreuz des Zielfeldes gelegt, auf dem sie zu Beginn des Spiels und jeder Kehre eines Spiels zu liegen hat (Kehre = End = Teilabschnitt des Spiels).
Das Bestreben, mit dem eigenen Stock möglichst nahe an der Daube zu stehen, kann erreicht werden, indem man versucht, seinen Stock näher zur Daube zu spielen als der Gegner, den gegnerischen Stock wegzuspielen oder die Lage der Daube mit dem gespielten Stock durch Bewegen im Zielfeld günstig zu verändern.

Eine Mannschaft besteht aus 4 Spielern, von denen jeder pro Kehre (End) einen Versuch mit seinem Eisstock von der Abspielstelle ohne Anlauf in das Zielfeld abgeben muss.
Ein Spiel hat 6 Kehren, die jeweils beendet sind, wenn beide Mannschaften in einer Spielrichtung alle Stöcke gespielt haben und das Ergebnis von den Spielführern festgestellt ist.
Zum Spiel werden die Kehren von den Mannschaftsführern der Mannschaften angespielt. Die Spielführer gehen dann zum Spielfeld und leiten das weitere Spiel ihrer Mannschaft.
Eine Mannschaft spielt die 1.Kehre an, dann die 3. und 5., während die gegnerische Mannschaft die 2., 4. und 6.Kehre anspielt.
Hat ein Stock der anspielenden Mannschaft das Zielfeld erreicht und bleibt in diesem stehen, dann wird von der gegnerischen Mannschaft nachgespielt. In der Folge muss dann eine Mannschaft solange nachspielen, bis die Beststellung eines ihrer Stöcke zur Daube erreicht ist. Gleiche Entfernung gegnerischer Stöcke zur Daube ergibt noch keine Beststellung und gilt bei Kehrenende als unentschieden. Wenn ein Spieler so spielt, dass alle Stöcke das Zielfeld verlassen, muss ein Spieler seiner Mannschaft nachspielen.
Jede Mannschaft muss bemüht sein, zumindest einen eigenen Stock am nähesten an der Zieldaube zu platzieren. Für ein besseres Ergebnis ist aber nötig, dass nach Beendigung der Kehre 2, 3 oder gar alle 4 Stöcke der eigenen Mannschaft näher zur Daube stehen, als der beststehende Stock des Gegners. Nur dann werden sie mit Punkten bewertet.

Zur Wertung zählt der, der Daube nächststehende Stock 3 Punkte, jeder weitere Stock der gleichen Mannschaft, der ebenfalls näher zur Daube steht, als der beststehende Stock des Gegners, 2 weitere Punkte. Insgesamt sind also von einer Mannschaft pro Kehre maximal 3 + 2 + 2 + 2 = 9 Punkte zu erzielen. Der oder die Stöcke des Gegners erhalten in dieser Kehre keine Punkte. Bei gleicher Entfernung gegnerischer Stöcke zur Daube werden für diese Stöcke keine Punkte vergeben. Spielsieger ist diejenige Mannschaft, die in den 6 Kehren die höhere Stockpunktesumme erreicht. Bei gleicher Stockpunktesumme für beide Mannschaften endet das Spiel unentschieden.

Zu 2.) Weiten-wettbewerb:

Der Weitenwettbewerb ist ein Einzelwettbewerb und weitgehend Leistungssport. Mit Schnellkraft und technischem Können wird der Eisstock ohne Anlauf mit hoher Anfangsgeschwindigkeit möglichst stoßfrei und richtungsstabil auf die Weitenwettbewerbs- bahn (Eis oder Asphalt) gespielt.

Die Bahn ist trichterförmig auf das Eis (z.B. zugefrorener See) gezeichnet. Sie ist an der Abspielstelle 4 Meter breit, in einer Entfernung von 150 Metern ist sie 10 Meter breit und misst bei 300 Meter Entfernung nur 16 Meter Breite.
Der Wettbewerb geht um die maximal erzielte Weite, die mit dem beschleunigten Eisstock erreicht wird. Dabei muss der gespielte Stock auf seiner Lauffläche innerhalb der seitlichen Begrenzungslinien der Weitenwettbewerbsbahn gleiten.
Für die Wertung gilt die größte erzielte Entfernung (zwei von 5 Versuchen) zwischen Abspielstelle und Endstellung des gespielten Stockes innerhalb der Weitenwettbewerbsbahn. Die internationale Bestleistung im Weitenwettbewerb beträgt 566,56 Meter in einem Versuch.

Zu 3.) Ziel-wettbewerb:

Der Zielwettbewerb ist ein Einzelwettbewerb, bei dem der Spieler mit 24 konzentriert abgegebenen Versuchen in das Zielfeld bestimmte Aufgaben mit seinem Stock zu erfüllen hat. Der Spieler steht dabei an der Abspielstelle, die 24,5 Meter von der Zielfeldmitte entfernt ist.
6 x muss der Spieler seinen Stock in Zielringe spielen, die um die Zielfeldmitte aufgezeichnet sind.
Der Stock des Spielers soll möglichst im Zentrum der Zielringe stehen bleiben.
6 Versuche werden auf Zielstöcke abgegeben, die in verschiedenen Positionen im Zielfeld stehen und aus diesem herausgespielt werden müssen, wobei der Stock des Spielers im Zielfeld verbleiben soll.
6 x muss der Stock des Spielers in die hinteren Ecken des Zielfeldes in Zielringe platziert werden und
6 x muss der Spieler mit Kombinations- und Stockversuchen bestimmte Aufgaben im Zielfeld erfüllen.
Die einzelnen Versuche werden je nach Aufgabe mit unterschiedlicher Anzahl von Punkten bewertet. Maximal sind 200 Punkte zu erreichen. Viel Gefühl, genaues Anvisieren und präzises Spiel sind zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlich.
Die derzeitige internationale Bestleistung liegt bei 187 Punkten.

Zu 4.) Schnell-wettbewerb:

Der Schnellwettbewerb ist ein Wettbewerb von Einzelspielern um die kürzesten Zeiten, in denen der Stock eine Messstrecke von 40 Metern durchläuft.
Jeder Spieler hat 6 Versuche. Sieger des Schnellwettbewerbes ist derjenige Spieler, der die kürzeste Gesamtzeit erzielt, die sich aus der Summe seiner besten in 5 Versuchen erreichten Zeiten ergibt.

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